Unterbewusstsein und Zwänge

Ein Ort der Bilder und Gefühle

Lange bevor wir unsere Erinnerungen auch im Bewusstsein speichern können, nimmt unser Unterbewusstsein alle Sinneseindrücke und Erfahrungen auf. Schon im Mutterleib speichert es die Gefühle, die die Mutter dem Embryo entgegenbringt und schon hier zieht es aus diesen seine Schlüsse. So spürt das Kind schon genau, ob es willkommen ist und geliebt wird oder eher unerwünscht und abgelehnt.

Das Unterbewusstsein speichert immer

Auch die Ereignisse der ersten Lebensjahre, in denen ich als Kind der Sprache noch nicht mächtig bin und sie deshalb auch noch nicht zur Speicherung von Informationen nutzen kann, sind alle im Unterbewusstsein abgelegt. Ebenso Phasen in denen mein Bewusstsein beeinträchtigt ist, z.B. durch Narkosen, KO-Tropfen, Rauschzustände oder Ohnmacht, auch traumatische Erlebnisse, die mein Bewusstsein verdrängt hat und Situationen, die einfach so lange her sind, dass ich mich nicht mehr an sie erinnern kann.

Wie speichert es ohne Worte?

Das Unterbewusstsein speichert seine Empfindungen in Gefühlen, Tönen, Gerüchen und vor allem in Bildern. Es verknüpft die Erinnerung an eine bestimmte Situation mit den Gefühlen, die ich in dieser Situation empfunden habe. Daraus zieht es dann Schlüsse und gibt mir entsprechende Handlungsempfehlung für ähnliche Situationen. Komme ich in eine ähnliche Situation oder gibt es auch nur ähnliche Schlüsselreize, kommen die Gefühle der unangenehmen Situation wieder hoch. So erklärt sich, warum ich manchmal nur einen Gegenstand sehe und in mir z.B. ein Gefühl von Ekel, Ablehnung, Freude, Erregung oder auch Angst hochsteigt. Das funktioniert eben auch, wenn ich mich bewusst nicht mehr an die Situation erinnern kann, weil ich zu klein war, mein Bewusstsein beeinträchtigt war oder das Erlebte verdrängt habe.

Das Unterbewusstsein kennt den Weg zur Lösung

Deshalb liegt im Unterbewusstsein auch der Schlüssel zur Lösung von Zwangshandlungen und Zwangsunterlassungen. Es ist relevant die Ursprungssituation zu finden, dem Bewusstsein die Möglichkeit zu geben die Zusammenhänge zu verstehen und neu zu bewerten, damit es die gemachte Lernerfahrung revidieren kann.

Unterstützung durch Einzelsitzungen und Seminare

In meinen Einzelsitzungen unterstütze ich Sie dabei die Ursachen für Zwangshandlungen und Zwangsunterlassungen, aber auch für andere Gefühle und Ungereimtheiten zu finden.

Darüber hinaus sind ab Frühjahr 2019 Seminare auch zu diesem Thema geplant.

 

Aus dem Diffusen des Un(ter)bewussten wieder ins Bewusste

Auszug aus meinem Buch
„Selbstheilung – wie geht das eigentlich?“

„Mein Unterbewusstsein formuliert aus seinen Lernerfahrungen die entsprechenden Bindungsbedingungen. Dabei vereinfacht es. Die ursprüngliche Situation der Lernerfahrung ist für mich nicht mehr wirklich relevant.
4+6=10
Das weiß ich, ohne mich noch an die konkrete Schulstunde erinnern zu können, in der ich das gelernt habe. Und mal ehrlich: Manche Schulstunde war ja auch so scheußlich, dass ich mich am liebsten gar nicht mehr an sie erinnere.

Das alte Gespenst in der Ecke

Was ich daraus gelernt habe, ist für mich wichtig. Der Ursprung und die damaligen Bewertungskriterien, warum ich das so eingeschätzt habe (z.B. gefährlich oder ungefährlich), liegen im Diffusen. Man kann sich dieses Diffuse vorstellen, wie eine dunkle Ecke im Raum, aus der ein merkwürdiges Geräusch kommt. Solange ich nicht weiß, was in der Ecke los ist, macht mir dieses Geräusch Angst. Mache ich einmal das Licht an, sehe ich, dass sich die leere, zusammengeknüllte Chipstüte langsam wieder entrollt. Als Kind habe ich das nicht verstanden und Gespenster dafür verantwortlich gemacht. Als Erwachsener kenne ich das Verhalten von Folien, mache das Licht wieder aus und kann beruhigt schlafen.

Leben nach alten Lernerfahrungen

Dieses Lernen  aus Erfahrungen ist eigentlich für Stresssituationen gedacht, in denen es schnell gehen muss. Die ursprüngliche Lernerfahrung ist in diesem Augenblick egal, es zählt nur, was ich aus ihr gelernt habe.
Mein Unterbewusstsein arbeitet dabei nach vielfach bewährtem Schema:

Lernen => Resümee daraus ziehen => Resümee speichern => nur noch nach dem Resümee leben.

Um das alte Resümee, also das für mich heute ungünstig angelegte Verhaltensmuster, verändern zu können, gibt es sicherlich verschiedene Wege. Der Weg, den ich hier vorschlagen möchte, ist, mir die alten Lernerfahrungen aus dem Diffusen wieder ins Bewusste zu holen…“

Ich bin jetzt erwachsen und kein Kind mehr

Ich überprüfe, ob die Kriterien, unter denen ich damals die Situation  beurteilt habe, auch heute noch gelten. Bin ich immer noch ohnmächtig? Muss ich immer noch tun, was mein Gegenüber von mir verlangt? Bin ich immer noch abhängig? Flößt mir mein Gegenüber oder diese Umgebung / Gegebenheit wirklich immer noch Angst ein?

Durch die Neubewertung der Situation gebe ich meinem Unterbewusstsein die Möglichkeit zu einem neuen Verhalten in ähnlichen Situationen zu kommen, besonders wenn ich dieses neue Verhalten ganz bewusst formuliere.

In einer Einzelsitzung helfe ich Ihnen gerne dabei Ihre „alten Gespenster“ zu lokalisieren und zu durchschauen. Sie dürfen mich gerne anrufen oder mir eine E-Mail schreiben. In einem kostenlosen und unverbindlichen Vorgespräch klären wir dann gemeinsam, ob ich der richtige Ansprechpartner für Sie bin.

 

Angst

Angst ist die Folge von Hilflosigkeit, von Ohnmacht

Wenn ich Angst habe, habe ich immer auch gleichzeitig das Gefühl von eigener Unzulänglichkeit.
Ich schaffe etwas nicht,
ich kann etwas nicht,
ich komme gegen etwas / jemanden nicht an,
ich kann mich auf etwas / jemanden nicht verlassen,
ich darf mich nicht wehren,
ich darf nicht so agieren, wie es der gesunde Menschenverstand gebietet oder es meiner Persönlichkeit entspricht.

Agieren zu können verhindert Angst

Vor Situationen, denen ich mich gewachsen fühle, habe ich normalerweise keine Angst.
Ich darf agieren,
kann Lösungen finden und umsetzen,
es gibt gewisse Regeln, auf die ich mich verlassen kann,
ich kann jemanden um Hilfe bitten und weiß, dass ich sie auch bekomme,
ich bin im Vertrauen darauf, dass am Ende alles gut ist und mit mir achtsam umgegangen wird.

Ursachen finden

Meistens kenne ich den Grund meiner Angst, kann sie auf ein bestimmtes Erlebnis oder ein bestimmtes Verhalten von jemandem zurückführen.  Aber manchmal ist die Angst in einer Situation unangemessen hoch oder mir ist der Grund / der Ursprung der Angst unerklärlich. In den Fällen ist es sinnvoll einmal genauer hinzuschauen.

Warum haben wir Angst

Das Unterbewusstsein versucht mich durch Angst vor Situationen zu bewahren, in denen ich Schaden nehmen könnte. Es schützt mich dadurch praktisch vor mir selbst. Für mein Überleben ist es wichtig körperlich unversehrt zu bleiben und den Anschluss an meine Familie/Stamm/Gruppe/Partner nicht zu verlieren, denn dieser Anschluss alleine versprach in grauer Vorzeit eine gewisse Sicherheit. Deshalb versucht es durch Angst dafür zu sorgen, dass ich die Regeln und hierarchischen Strukturen meiner Familie einhalte (siehe Bindungsbedingungen).

Auf dem Holzweg

Manchmal hat mein Unterbewusstsein diese erlernten Regeln aber auch falsch verstanden oder sie sind in Situationen entstanden, in denen mein Bewusstsein nicht aktiv war. Das kann in der frühen Kindheit gewesen sein, in Narkose oder in einem Rausch- oder Betäubungszustand. Hier wird es für mich sehr schwer den Ursprung der Angst zu finden.

Die Kinesiologie ist in diesem Fall ein gutes Werkzeug, um hier die Ursachen zu ergründen. In einer individuellen Einzelsitzung, die auch per Telefon möglich ist, unterstütze ich Sie gerne im Auffinden dieser Ursachen.

Außerdem vermittele ich in meinen Seminaren eine Technik, mit deren Hilfe das selbständige Aufspüren von Ursachen möglich ist und auch der Weg zur Lösung aufgezeigt wird. Termine zu diesen Seminaren finden Sie hier. Fragen dazu beantworte ich Ihnen gerne per Telefon. Ich freue mich auf Ihren Anruf.