Wenn es in der Gruppe knirscht – Spiegelungen

„Wenn ich den nur sehe, bekomme ich schlechte Laune“

Es gibt manchmal Menschen, die muss ich nur sehen und mir schwillt der Kamm. Wenn derjenige dann den Mund aufmacht, wird es einfach nicht besser – im Gegenteil. Egal was er sagt, es kann nur falsch sein. Der Ton ist falsch, die Stimme nervt, der Inhalt geht ja gar nicht und was trägt der für komische Sachen, wer zieht denn sowas an… dieser Mensch regt mich einfach nur auf.

Statt in die Arbeit fließt die Energie in Streitigkeiten

Bei zufälligen Bekanntschaften ist das relativ egal, man kann ihnen zur Not aus dem Weg gehen. Was aber mache ich, wenn dieser Mensch ein Kollege ist, der neue Freund meiner besten Freundin, die Nachbarin, der ich dauernd über den Weg laufe oder mein Schüler? Dann habe ich ein Problem, das mich ziemlich viel Nerven kosten kann oder sogar das ganze Gefüge und den Frieden in der Gruppe beeinträchtigt.
Das ganze Klima im Kollegenteam leidet und mit ihm oft auch die Produktivität, denn die Energie der Mitarbeiter fließt dahin, worauf sie ihre Aufmerksamkeit richten. Wenn das persönliche Zwistigkeiten sind, dann leidet die Effektivität. Übrigens ein Grund, warum der sogenannte „amerikanische Führungsstil“ bei dem die Mitarbeiter gegeneinander aufgehetzt werden, damit sie sich nicht gegen den Chef verbünden und gut lenkbar sind, nicht das Optimum darstellen kann.

Wir spüren oft mehr, als uns bewusst ist

Meistens nimmt der andere meine Ablehnung wahr, auch dann, wenn ich wirklich versuche ihn das nicht merken zu lassen. Die meisten Menschen spüren einfach ganz genau, ob ihr Gegenüber offen für sie ist und entspannt oder ob ich mich hinter einer Fassade aus Oberflächlichkeit verstecke und eigentlich nichts mit ihm zu tun haben möchte. Wir alle haben da sehr feine Antennen, auch wenn wir uns ihrer oft nicht bewusst sind oder uns nicht trauen diesem Gespür zu vertrauen.

Warum regt mich ein Mensch auf, der mir nie was getan hat?

Die Lösung liegt darin, dass mir dieser Mensch etwas spiegelt. Er hält mir den Spiegel vor und ich sehe etwas von mir, das ich gar nicht sehen möchte oder konfrontiert mich mit etwas, das mir unangenehm ist. Eine alte Angst könnte das sein, es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten.

Erinnert mich an jemanden

Sein Verhalten kann mich zum Beispiel an eine Tante erinnern aus meiner Kindheit, die übergriffig war und in deren Nähe ich mich immer ohnmächtig und unwohl gefühlt habe. Hat jemand jetzt die gleiche Stimmlage, sieht ihr ähnlich oder verhält sich ähnlich wie sie, erkennt mein Unterbewusstsein das alte Muster und versucht mich dadurch zu schützen, dass es mich den Kontakt vermeiden lässt.

Direkte Konkurrenz

Der Mensch, der mich so aufregt, kann etwas sehr gut, von dem ich denke, dass auch ich das gut kann. Ich empfinde den anderen als Konkurrenz. Findet die Gruppe / die Kollegen / der Chef ihn vielleicht besser als mich? Gefährdet er dadurch meine Stellung oder sogar die Zugehörigkeit zur Gruppe?

Ich müsste vielleicht was ändern?

Mein Gegenüber regt mich auf, weil er etwas macht oder kann, von dem ich genau weiß, dass es auch für mich wichtig wäre, es zu tun. Ich will es aber nicht ändern, weil ich eine Angst oder meine Bequemlichkeit besiegen müsste. Der andere scheint genau das geschafft zu haben. Es geht vielleicht um Sport und jedes Mal, wenn ich diesen Typen sehe mit seinem durchtrainierten Body fällt mir ein, dass da bei mir 5 Kilo zu viel über den Gürtel hängen.
Entweder gehe ich damit offen um, zolle ihm Respekt und gebe zu, dass ich da ein Defizit habe oder ich versuche seine Leistung zu schmälern und ihn als „doof“ vor mir selbst darzustellen. Damit gebe ich mir ein Alibi, warum ich jetzt auf gar keinen Fall auch anfangen kann Sport zu machen…nachher meint der noch, dass ich ihm irgendwas nachmache. Auch mein Umfeld darf gerne wissen, was ich von dem halte, damit sie gar nicht erst auf den Gedanken kommen ihn toll zu finden und meine 5 Kilo-zu-viel zu bemerken.

Spiegelung von Verdrängtem

Die vierte Möglichkeit des Triggerns kann darüber erfolgen, dass der Mensch, der mich auf die Palme bringt irgendeinen Charakterzug hat, den ich an mir selber überhaupt nicht mag. Besonders stark ist das Phänomen, wenn ich diesen Charakterzug vielleicht stark verdrängt habe oder mich sehr bemühe ihn nicht zu leben, es mir eventuell gar nicht bewusst ist diesen Charakterzug zu haben. Manchmal findet mein Selbsthass sein Ventil darin, diesen Menschen stattdessen zu hassen.

Verletzte Bindungsbedingungen

Wenn ich über negative Bindungsbedingungen an meine Familie und damit später auch an eine Gruppe gebunden bin und jemand diese Anbindung in Gefahr bringt, dann wird das nicht mein Freund. Habe ich zum Beispiel das Gefühl nur zur Familie / Gruppe dazugehören zu dürfen, wenn ich immer der Liebling des Vaters / Chefs bin, wird mir jeder, dem der Vater / Chef mehr Aufmerksamkeit zukommen lässt, mächtig die Laune verderben.

Veränderung durch Erkenntnis

Wenn Sie selber für sich den Grund für eine eigentlich grundlose Antipathie suchen oder es in Ihrem Team, Familie oder Gruppe unnötige Reibereien gibt unter denen die Stimmung oder die Effektivität leidet, suche ich mit Ihnen gerne die Ursache. Das geschieht in einer Einzelsitzung oder kann durch einen Vortrag erfolgen, auf dem ich diese Grundlagen näher erläutere. Dadurch kann eine gedankliche Auseinandersetzung mit dem Problem bei den Teilnehmern angestoßen werden, die die Atmosphäre eventuell schon verbessern. Wenn einzelne Teilnehmer das Bedürfnis haben die Situation genauer zu beleuchten, kann auch hier eine Einzelsitzung hilfreich sein.

Sprechen Sie mich an. In einem unverbindlichen und kostenlosen Vorgespräch klären wir zusammen, ob ich der richtige Ansprechpartner für Sie bin.