Warum Sitzungen beim Klienten?

Aus der Not eine Tugend

Zu Beginn meiner Beratungstätigkeit hatte ich einen kleinen Praxisraum, in dem ich mit meinen Klienten gearbeitet habe. Nach einiger Zeit musste ich den Raum aufgeben und scheute erst einmal davor zurück, einen neuen Raum außerhalb anzumieten, denn das ist doch relativ teuer und muss erst einmal wieder verdient werden. Ich überlegte mir deshalb, zu meinen Klienten zu fahren, da ich keine Liege oder andere Utensilien benötige.

Schneller und effizienter

Ich merkte schnell, dass diese Form der Sitzung eine Menge Vorteile hatte – nicht nur für meinen Geldbeutel. Wenn man einen Menschen in seiner Wohnung kennenlernt, dann bekommt man wesentlich schneller ein Gefühl für ihn. Es erleichtert mir die Arbeit sehr, wenn ich die Atmosphäre wahrnehme. Ist jemand clean und strukturiert eingerichtet oder eher romantisch und verspielt?

Dabei ist es mir völlig egal, ob es aufgeräumt ist oder nicht, denn ich weiß als ehemals Selbstbetroffene nur zu gut, dass man manchmal einfach nicht die Kraft hat, sich um diese alltäglichen Dinge in den eigenen vier Wänden zu kümmern. Meine Arbeit wird ja nicht in Anspruch genommen, weil es einem wunderbar auf allen Ebenen geht.

Sicheres Terrain

Der Klient fühlt sich in seinem eigenen Umfeld oftmals auf sicherem Terrain und wir können wesentlich schneller beginnen und kommen leichter voran. Sich sicher zu fühlen ist eine wesentliche Voraussetzung, um über oftmals heikle oder Angst besetzte Themen sprechen zu können.

Der Kopf fühlt sich manchmal nachher an wie durchgequirlt

Man darf sich nicht täuschen. Auch wenn wir „nur“ miteinander reden, ist dieses Gespräch für beide Seiten auch anstrengend, allein schon dadurch, dass man zwei, drei oder vielleicht sogar vier Stunden sehr konzentriert bei der Sache ist. Es heißt nicht umsonst: zusammen arbeiten!

Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Klient danach meist sehr damit beschäftigt ist, die neugewonnenen Erkenntnisse und Zusammenhänge zu verarbeiten. Die Konzentration für den Straßenverkehr ist da manchmal nicht optimal gegeben.

Menschen, die ihr Haus nicht mehr verlassen

Der letzte aber ganz bestimmt nicht unwichtigste Punkt gilt den Menschen, die nur ungern oder vielleicht überhaupt nicht mehr ihre Wohnung verlassen. Mein Besuch bei Ihnen macht es auch ihnen möglich über ihre Probleme zu sprechen und vielleicht für sich ein Stückchen weiter zu kommen.

Es gibt immer einen guten Weg – das Telefon

Für alle, die trotzdem nicht mit mir in ihrer Wohnung arbeiten können oder wollen, hat sich bisher immer eine gute Lösung gefunden. Sei es die Wohnung von Freunden, ein stundenweise von mir angemieteter Praxisraum oder das Gespräch über Telefon, das ja auch für weiter entfernt wohnende Klienten die einfachste Möglichkeit ist.