Angststarre im Kopf

Nicht weglaufen, sondern versuchen hinzusehen

Ich komme in eine Situation, die mir auf irgendeiner Ebene Angst macht. Mir ist nicht einmal wirklich klar auf welcher Ebene, habe keine Ahnung welche Angst sich da gerade meldet.
Sofort komme ich mir vor wie das Kaninchen, das nichts anderes mehr tun kann, als auf die Schlange zu starren.
Sämtliche gedankliche Beweglichkeit ist aus meinem Kopf gewichen und ich bin nicht mehr in der Lage vernünftig und mit gesundem Menschenverstand nach sinnvollen und kreativen Lösungen zu suchen. Es gibt nur noch Schwarz oder Weiß. Meine Gedanken kreisen in immer gleichen Schleifen, die mich nicht weiter bringen.

Begegnen mir Menschen in ähnlicher Situation, habe ich für die sofort eine gute Möglichkeit parat diese Situation zu meistern. Nur bei mir selber funktioniert das in angstbesetzten Situationen überhaupt nicht.
Ich nenne das „Angststarre im Kopf“.

Bewusst hineinfühlen

Bemerke ich es, bemühe ich mich aus dieser Starre heraus zu kommen, indem ich versuche die Angst zu lokalisieren. Was ist das für eine Angst?
Meist lässt sich das nicht so einfach beantworten und so versuche ich mich zu erinnern, woran ich gerade gedacht habe oder womit ich gerade beschäftigt war, als diese Angst aufkam. Bringt mich auch das nicht weiter, denke ich bewusst an verschiedene Themen aus meinem Umfeld, an verschiedene Personen oder an Details der betreffenden Situation und fühle genau rein, ob die Angst an einer Stelle größer wird.
Vielleicht gelingt es nicht beim ersten Mal, aber irgendwann werde ich das Muster oder den Grund erkennen.

Sicher im Hier und Jetzt

Dabei mache ich mir immer bewusst, dass ich im Hier und Jetzt in Sicherheit bin und mir nichts passieren kann. Mein Unterbewusstsein will mich mit diesem Angstgefühl davor bewahren, gegen erlernte Regeln zu verstoßen und damit meine Anbindung an die Familie oder Gruppe aufs Spiel zu setzen.
Denn auch Menschen, die mich als Kind erschreckt oder verletzt haben, haben damit letztendlich mein freudvolles und unbekümmertes Tun reglementiert. Sie haben mir zu verstehen gegeben, dass das, was ich mache, gegen die Regeln der Familie oder Gruppe verstößt. Mein Unterbewusstsein versucht mich jetzt vor einem erneuten Regelverstoß zu bewahren, indem es dieses Tun in ähnlicher Situation mit Angst besetzt.

Erkennen und korrigieren

Spüre ich, dass die Angst an einer Stelle größer wird, überlege ich, was genau daran mir die Angst macht. Erinnert mich das an eine Situation in meinem Leben in der ich ohnmächtig irgendetwas oder irgendjemandem ausgeliefert war? Oder ist es ein Verhaltensmuster, mit dem ich in meiner Kindheit oft konfrontiert wurde?

Manchmal ist ein bisschen um-die-Ecke-denken gefragt, aber das Meiste lässt sich auf dieses Prinzip zurückführen und mit den im letzten Beitrag vorgestellten Schritten korrigieren. Das ist zumindest meine Erfahrung.

Seminar zum Erlernen dieser Technik

In meinem Seminar “ Ursachen finden – Zusammenhänge verstehen – Probleme lösen“  Schwerpunktthema: Leben ohne Angst & Panik vermittel ich das Grundwissen und die Technik, um die Ursprünge selbständing zu finden und dadurch auch den Weg raus aus Angst und Panik.